Wie wird aus einem technisch geprägten Bach wieder ein lebendiger Lebensraum? Eine zweitägige Gewässerschulung im September 2026 zeigte Rangerinnen, Rangern und weiteren Mitarbeitenden aus bayerischen Naturparken, worauf es bei naturnaher Gewässerentwicklung ankommt – und was sich direkt vor Ort umsetzen lässt.

Ein Bach ist mehr als Wasser, das von A nach B fließt. Strömung, Kies, Steine, Strukturen, Ufer und unterschiedliche Wassertiefen machen ihn zum Lebensraum. Doch vielerorts wurde diese Vielfalt über Jahrzehnte zurückgedrängt: Ufer wurden befestigt, Bachläufe begradigt und durch massive Verbauungen eingeengt. Wehre und andere Querbauwerke unterbrechen den natürlichen Flusslauf und versperren Fischen und anderen Wasserlebewesen den Weg.

Genau darum ging es bei der zweitägigen Gewässerschulung in Ebensfeld (Landkreis Lichtenfels) und Gundelsheim (Landkreis Bamberg). Organisiert wurde sie gemeinsam vom Verbundprojekt Fluss.Frei.Raum, dem Landschaftspflegeverband Landkreis Lichtenfels e.V., Flussparadies Franken und dem Projekt „Auf zu lebenswerten Bächen“ der Regierung von Oberfranken mit Unterstützung des Wasserwirtschaftsamtes Kronach und der Gemeinde Gundelsheim.

Die verschiedenen Partner brachten ihre jeweiligen Perspektiven und Erfahrungen ein: von fachlichen und rechtlichen Grundlagen über praktische Möglichkeiten der Gewässerentwicklung bis hin zu Fragen der ökologischen Durchgängigkeit. Am zweiten Tag setzten die Teilnehmenden unter Anleitung des Gewässerexperten Georg Hermannsdorfer und mit Unterstützung des Wasserwirtschaftsamtes Kronach verschiedene Maßnahmen direkt im Gewässer um.

„Rangerinnen und Ranger sind sehr gut vernetzt und bringen Themen direkt in die Fläche. Mit dieser Schulung möchten wir ihnen das nötige Handwerkszeug mitgeben, damit sie das Wissen rund um lebendige und durchgängige Gewässer weitertragen und auch andere dafür begeistern können. Besonders schön war, dass alle beteiligten Partner den gleichen Wunsch hatten, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben. So konnten wir die Schulung gemeinsam auf die Beine stellen und Theorie und Praxis miteinander verbinden“, sagt Doreen Detzner, Fluss.Frei.Raum.

Einen ausführlichen Bericht mit Fotoreportage gibt es im Webauftritt von Fluss.Frei.Raum.

Foto: © Sonja Greimel/WWF